Arfelder Kirmes 2008:
376. Veranstaltung der Arfelder Burschenschaft erreicht am 16. und 17. August ihren Höhepunkt
Burschen feiern wieder Kirmes
Am morgigen Mittwoch, 13. August,
wird das Festzelt weiter aufgebaut,
wobei alle Arfelder Burschen kräftig
mit anpacken.
Arfeld. (sz) Die Arfelder Kirmes, die anfangs als Kirchweihfest gefeiert wurde, hat sich im Laufe der Jahrhunderte zum Fest der Arfelder Burschen und Mädchen entwickelt. Die Kirmeswoche begann für die Mädchen und Burschen bereits am Sonntagabend. Am gestrigen Montag trafen sich die Burschen, um im Wald Fichtensträucher und Bäume zu schlagen, um damit das Festzelt gemütlich zu dekorieren. Heute sieht man dann auch noch einige Burschen Sträucher holen. Außerdem wird der Festplatz gesäubert. Doch um sich für den Abend zu schonen, verläuft der heutige Tag in der Regel etwas ruhiger, da dann das alljährliche Stiefeltrinken im "Gasthof zum Bahnhof" stattfindet.
Dieses Jahr ist jedoch geplant, schon an diesem Tag mit dem Bau des Festzeltes zu beginnen. Am Freitagabend, 15. August, so will es der Brauch, werden zwei Arfelder Burschen mit einer Axt und reichlich Marschverpflegung in den Wald geschickt, um zwei Kirmesbäume zu schlagen, welche während des Festzuges am Sonntag durch die Burschen "gerüsselt" werden. Während sich diese beiden Burschen ihren anstrengenden Weg durch die Arfelder Wälder suchen, warten die anderen Burschen und Mädchen in der Arfelder Grillhütte, um die Rückkehr der beiden gebührend zu feiern. Am Samstagmorgen, 16. August, werden am Ortseingang und -ausgang die Ehrenpforten aufgestellt, die von den Arfelder Mädchen gewickelt und mit bunten Bändern geschmückt werden. An diesen Pforten (eingeteilt in Ober- und Unterdorf) herrscht den ganzen Tag emsiges Treiben und auch andere Dorfbewohner statten den Burschen mal einen Besuch ab. Die 376. Arfelder Kirmes wird wie jedes Jahr mit dem Fackelzug eröffnet. Bei einbrechender Dunkelheit marschiert die Arfelder Burschenschaft mit den Kindern durch den Ort. Im Anschluss an den Fackelzug wird im Festzelt zu flotten Rhythmen der "Lahntal Musikanten" bis in die frühen Morgenstunden das Tanzbein geschwungen und kräftig gefeiert.
Nachdem die Burschen und Mädchen am Sonntagmorgen, 17. August, das Festzelt wieder hergerichtet haben, beginnt um 13 Uhr am Gasthof "Henk" der Festzug. Hierzu sind alle Arfelder Vereine, die Arfelder Senioren sowie die befreundeten Burschenschaften aus Puderbach, Elsoff, Schüllar-Wemlighausen und Beddelhausen eingeladen. Im Takt des Musikvereins Müsen und des Tambourkorps Wittgenstein Dotzlar werden nun die zwei Kirmesbäume durch den Ort "gerüsselt". Nach der Begrüßung im Festzelt durch den Vorsitzenden Fabian Meister wird der Nachmittag mit dem Kirmesschlager eröffnet. Im Anschluss daran werden die Arfelder Senioren mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Aber auch der Arfelder Nachwuchs wird nicht vergessen. Für die Kinder hat die Burschenschaft Arfeld wieder ein Kinderspiel vorbereitet. Auch in diesem Jahr wird während des Kirmessonntags eine Spendenaktion durchgeführt. Deren Erlös kommt dieses Jahr dem Verein zur Förderung spastisch Gelähmter und anderer Behinderter Wittgenstein zugute.
Die 376. Arfelder Kirmes endet am Sonntag um 24 Uhr. Vom Festzelt aus geht es mit Unterstützung der Tanzkapelle "Lahntal Musikanten", die auch den ganzen Sonntag für Stimmung sorgen werden, zur Grillhütte, wo dann die Arfelder Burschen und Mädchen den Montag unter sich feiern. Die beiden Kirmesbäume sind natürlich immer dabei. Am Montagmorgen gehen die Burschen dann im Dorf von Haus zu Haus, um Eier und Schinken zu sammeln. Aus diesen Zutaten bereiten dann die Mädchen Eierkuchen zu. Mit dem so genannten Watzzug, findet die 376. Arfelder Kirmes ihr endgültiges Ende, indem sie mit ihren beiden Bäumen symbolisch "begraben" wird. Vorbei ist die Kirmes für die Arfelder Burschenschaft aber erst am Ende der Woche, wenn das Festzelt abgebrochen und alles aufgeräumt ist.
Siegener Zeitung (SZ) vom 12.08.2008
Bildquelle: SZ-Foto (1) von privat








