176. Stünzelfest - Wittgensteiner Heimatfest, Kreistierschau und Volksfest

Stünzelfest 2008: 176. Stünzelfest - Wittgensteiner Heimatfest, Kreistierschau und Volksfest (Foto: LWK NRW)
Stünzelfest 2008: 176. Stünzelfest - Wittgensteiner Heimatfest, Kreistierschau und Volksfest (Foto: LWK NRW)

Tolle Atmosphäre

176. Kreistierschau
lockt am Samstag auf den Stünzel

Es ist wieder soweit. Die Bauern haben auf ihren Wiesen den 1. Schnitt gemacht und Silage oder Heu eingebracht und nun ist die Zeit gekommen, für das Stünzelfest zu rüsten.

Am Samstag, den 14. Juni ist es wieder soweit. Dann feiert der Landwirtschaftliche Kreisverein Wittgenstein zum inzwischen 176. Mal sein Tierschaufest auf dem Stünzel. Wie in jedem Jahr sind die Vorbereitungen in vollem Gange.

Die Bauern bereiten ihr Vieh vor, im Büro der Landwirtschaftskammer wird auf Hochtouren gearbeitet und der Stünzelplatz wird hergerichtet. Oberstes Ziel des Veranstalters war es immer und wird es auch in Zukunft sein, dass das Stünzelfest für jeden Besucher, die Landwirte, die die Tierschau beschicken sowie Aus- und Schausteller zu einem besonderen Erlebnis wird. Das gesamte Fest verspricht also wieder alles, was das Herz begehrt.

Höhepunkt auf dem Stünzel ist die Wahl der 'Miss Siegen-Wittgenstein'. Im vergangenen Jahr siegte 'Liberia' aus dem Stall von Ulrich Hansmann aus Womelsdorf. (Foto: WR)

Stünzelfest 2008: 176. Stünzelfest - Wittgensteiner Heimatfest, Kreistierschau und Volksfest (Foto: LWK NRW)
Höhepunkt auf dem Stünzel ist die Wahl der 'Miss Siegen-Wittgenstein'. Im vergangenen Jahr siegte 'Liberia' aus dem Stall von Ulrich Hansmann aus Womelsdorf. (Foto: WR)
Stünzelfest 2008: 176. Stünzelfest - Wittgensteiner Heimatfest, Kreistierschau und Volksfest (Foto: LWK NRW)
Stünzelfest 2008: 176. Stünzelfest - Wittgensteiner Heimatfest, Kreistierschau und Volksfest (Foto: LWK NRW)

Auch in diesem Jahr werden wieder zahlreiche Tierarten um die Prämien wetteifern. Beim Rindvieh werden 93 Milchkühe der drei traditionellen Rassen Rotvieh, Schwarzbunt und Rotbunt sowie auch wieder des bereits in den letzten Jahren ausgestellten Braunviehs und der Rasse Jersey erwartet. Darüber hinaus sind 74 Pferde, 69 Fleischrinder und elf Schafe gemeldet. Und natürlich werden auch wieder Ziegen ausgestellt. Insgesamt 17 Tiere werden sich den kritischen Augen der fachkundigen Preisrichterin stellen.

Schließlich runden die stattliche Zahl von 56 Ausstellern von Kaninchen und 76 Stämme Rassegeflügel das gute Gesamtbild ab.

Die Festfolge beginnt traditionell um 7 Uhr mit dem Auftrieb des Viehs. Um 8 Uhr beginnt das Richten der Tiere, um 12 Uhr ist die offizielle Eröffnung der Tierschau mit dem traditionellen Rundgang mit Musik, der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Kreisvereins, den Grußworten der Ehrengäste und der Ehrung verdienter Mitglieder. Hierzu wird der 1. Vorsitzende des Vereins, Helmut Dreisbach aus Rinthe, auch in diesem Jahr wieder prominente Besucher begrüßen können.

Das Stünzelfest ist reich an Traditionen und Höhepunkten. Hierzu zählt zweifellos der Rundgang ums Rondell vor der Begrüßung, wobei die Wallauer Musikanten mit zackiger Marschmusik den Ton angeben. Seit über 50 Jahren spielt diese Kapelle auf dem Stünzelfest und erfreut das Herz der Freunde echter Volksmusik. Auch die Ernennung der 70 Jahre alt gewordenen Mitglieder des Vereins zu Ehrenmitgliedern und die Überreichung einer Ehrenurkunde an diese ist eine lieb gewonnene Tradition.

Eigentlicher Höhepunkt schließlich ist die Vorführung der prämierten Tiere und die Preisverteilung um 14.30 Uhr. Hier kann man noch einmal die mit Ehren- und 1. Preisen dekorierten und mit Kränzen geschmückten Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde beim Rundgang ums Rondell bewundern und die echte und unverwechselbare Tierschauatmosphäre des Stünzelfestes schnuppern.

Kinderherzen schlagen auf dem Stünzel höher. Hier können Pferde, Kühe, Schafe und viele weitere Tiere hautnah erlebt werden. (Foto: WR)

Stünzelfest 2008: 176. Stünzelfest - Wittgensteiner Heimatfest, Kreistierschau und Volksfest (Foto: LWK NRW)

Das Stünzelfest bietet für jeden Besucher etwas. Neben der Tierschau hat sich im Laufe der Jahre ein riesiger Jahrmarkt entwickelt, auf dem man alles kaufen kann, was das Herz begehrt. Über 230 Aussteller und Schausteller bieten hier ihre Waren und Dienste an. Informationsstände runden schließlich das bunte Bild ab.

In den Festzelten sorgen vier Wirte für das leibliche Wohl der Besucher. Als besonderen Beitrag zum Umweltschutz kann man sicherlich ansehen, dass Getränke - außer Milch - nicht in Plastikbechern, Pappverpackungen oder Einwegflaschen angeboten werden dürfen. Natürlich wird auch von den Besuchern erwartet, dass sie die Umwelt schonen und leere Flaschen und Gläser nicht auf dem schönen Stünzelplatz herumliegen lassen. Wenn dann auch noch das Wetter mitspielt und man ohne Gummistiefel und Regenschirm auskommt, dann wird das Stünzelfest für alle Besucher und für den Landwirtschaftlichen Kreisverein Wittgenstein, der alle Interessenten herzlich zum Besuch einlädt, zu einem vollen Erfolg und zum Höhepunkt des Jahres.

Der Eintritt kostet wie in den letzten Jahren drei Euro, dafür ist das Benutzen der Parkplätze kostenlos.

Stünzelfest - Historischer Hintergrund

Auch die politische Prominenz lässt sich die Kreistierschau nicht entgehen. (Foto: WR)

Not und wirtschaftliches Elend führten zur Vereinsgründung

Der Landwirtschaftliche Kreisverein Wittgenstein, der heute über 1.200 Mitglieder hat, wurde am 12. November 1832 als der "Landwirtschafts- und Gewerbeverein für den Kreis Wittgenstein" gegründet.

Die Ursache für die Vereinsgründung war die damals herrschende Not und das wirtschaftliche Elend im hiesigen Raum. Der Verein hat sich seinerzeit die Aufgabe gestellt, Landwirtschaft und Gewerbe zu fördern und verfolgt diese Ziele weiterhin.

Die Wallauer Musikanten geben auf dem Stünzelfest seit über 50 Jahren mit zackiger Marschmusik den Ton an. (Foto: LWK NRW)

Im Laufe der Zeit hat sich parallel zur Tierschau ein großer Jahrmarkt entwickelt. (Foto: WR)

Daraus entstand das 1833 erstmals abgehaltene Tierschaufest auf dem Stünzel. Neue Ziele und Wege im Ackerbau, Wiesenbau, der Viehzucht aber auch im Waldbau wurden den Landwirten schon damals aufgezeigt.

Einzigartige Atmosphäre
auf dem Stünzelplatz

Im landwirtschaftlichen Genossenschafts-, Versicherungs- und Kreditwesen wie auch in der Verkehrserschließung Wittgensteins hat sich der Verein im 19. Jahrhundert große Verdienste für die heimische Region erworben.

Das landwirtschaftliche Bildungswesen war in jener Zeit eine der wichtigsten Aufgaben des landwirtschaftlichen Kreisvereins. Aus der bescheidenen Tierschau des Jahres 1833 ist das heutige "Stünzelfest" geworden, das als das Wittgensteiner Heimatfest weit über Wittgenstein hinaus bekannt ist.

Tausende Besucher aus Wittgenstein und dem angrenzenden Siegerland, Sauerland und Hessen treffen sich hier jährlich, um die einzigartige Stünzel-Atmosphäre gemeinsam zu erleben. Auch in diesem Jahr lockt neben den vielen Tieren das gesellige Beisammensein um den Festplatz.


Westfälische Rundschau (WR)

Westfälische Rundschau (WR) vom 11.06.2008
Bildquelle: WR-Fotos (4), Landwirtschaftskammer NRW (5)

 
 


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