Die Philharmonie Südwestfalen
unter der Leitung von Russell N. Harris
begeisterte mit ihrem Neujahrskonzert
Klassik für die Masse
Das Bürgerhaus war beim Neujahrskonzert bis auf den letzten Platz gefüllt
Bad Berleburg. (bw) Wenn das Kulturjahr 2010 das hält, was der Auftakt verspricht, dann dürfen sich die Freunde von Musik und Kunst schon jetzt der Vorfreude hingeben. Mit ihren Neujahrskonzerten am Dienstag in Bad Laasphe und am Donnerstag in Bad Berleburg legte die Philharmonie Südwestfalen die Messlatte jedenfalls schon mal ziemlich hoch. Beide Gastspiele begeisterten sowohl das Publikum in der vollen Laaspher Schulaula, als auch die Zuhörer im restlos ausverkauften Bürgerhaus in Bad Berleburg.
So charmant wie eh und je führte Dirigent Russell N. Harris durch den Abend. Selbst die bemerkenswert gute Gastsopranistin Antonia Bourvé konnte Russell N. Harris nicht mal böse sein, als er sie als "Antonio Bourvé" ankündigte. So schnell werden aber weder der Dirigent, noch das Publikum den Namen der Sängerin vergessen. Antonia Bourvé zeigte, warum sie gegenwärtig als eine der vielversprechendsten Sopranistinnen
Deutschlands gilt. Zunächst die Arie der Fiordiligi "Come scoglio" aus Mozarts "Cosi fan tutte" und später die Arietta "Je veux vivre" aus Gounods "Roméo et Juliette" sorgten für viel Beifall des Publikums.
Doch auch ohne die Sopranistin lieferte die Philharmonie Südwestfalen ein hochklassiges Konzert ab. Energische Stücke wie die Ouvertüre zu der Verdi-Oper "Un giorno di regno" wechselten sich mit ruhigeren Passagen ab. Zum Programm gehörten auch der "Hochzeitstag auf Troldhaugen" von Edvard Grieg, der bekannte Marsch aus der "Nussknacker-Suite" von Petr Tschaikovskij und die "Fête polonaise" aus "Le roi malgré lui" von Emanuel Chabrier.
Nach der Pause wurde das Konzert noch etwas festlicher - es war Zeit für Walzer. Zu hören waren "Amour et printemps" von Emil Waldteufel sowie das abrundende "Wein, Weib und Gesang" von Johann Strauß. Zwischendurch begeisterte Antonia Bourvé weiter mit ihrer Stimme bei Arien von Georges Bizet, Johann Strauß und Karl Millöcker und bei der Zugabe, dem "Schwipslied". Und Russell N. Harris dirigierte beim abschließenden "Radetzkymarsch" mit Sektglas in der einen Hand mit der anderen neben dem Orchester noch das rhythmische Klatschen des Publikums mit.
Das Publikum in Bad Berleburg war am Ende des Neujahrskonzerts einmal mehr begeistert von der großen Spielfreude, die das Orchester an den Tag legte. Seit Jahren gehört das Neujahrskonzert der Philharmonie Südwestfalen zu den festen Terminen im Kalender der Kulturgemeinde Bad Berleburg. Dirigent Russell N. Harris war verantwortlich dafür, dass sich die Philharmonie Südwestfalen für solche Konzerte und damit einem breiteren Publikum öffnete. Da bleibt nur zu hoffen, dass dies auch nach dem baldigen Weggang von Russell N. Harris weiterhin so bleiben mag.
SWA-Anzeiger (Siegener Zeitung) vom 10.01.2010
Bildquelle: SZ-Foto von (bw)








