Der Wingeshäuser Jochen Born
wird Wittgensteins erster Wisent-Wärter

"Das Projekt reizt mich"

Bad Berleburg. (vö) Das zuvor gut gehütete Personalgeheimnis wurde jetzt gelüftet: Der Wingeshäuser Jochen Born ist Wittgensteins erster Wisent-Wärter. Den 35-jährigen gelernten Landwirt stellte der Trägerverein "Wisent – Wildnis – Wittgenstein" am Samstag bei einem Pressetermin am Forsthaus Homrighausen offiziell vor.

Jochen Born aus Wingeshausen (l.) ist Wittgensteins erster Wisent-Wärter. Beim Pressetermin am Samstag waren auch die Verantwortlichen des Trägervereins dabei: (v. l.) Paul Breuer, Bernd Fuhrmann, Matthias Heß und Johannes Röhl. (SZ-Foto: Martin Völkel)
Jochen Born aus Wingeshausen (l.) ist Wittgensteins erster Wisent-Wärter. Beim Pressetermin am Samstag waren auch die Verantwortlichen des Trägervereins dabei: (v. l.) Paul Breuer, Bernd Fuhrmann, Matthias Heß und Johannes Röhl. (SZ-Foto: Martin Völkel)

"Ich freue mich auf die Aufgabe, dieses hervorragende Naturschutzprojekt gemeinsam in einem starken Team voran zu bringen", sagte der Wingeshäuser, der aktuell noch als Kaufmännischer Angestellter in einer Fleischfabrik im Münsterland beschäftigt ist. Offiziell wird Jochen Born am 1. Februar als Wisent-Wärter beginnen, doch Bad Berleburgs Bürgermeister und Trägerverein-Vorsitzender Bernd Fuhrmann ließ durchblicken, dass der Wingeshäuser schon Mitte oder Ende Januar zur Mannschaft stoßen werde.

Der Arbeitsvertrag sei zunächst auf vier Jahre befristet, weil zum heutigen Zeitpunkt niemand eine Garantie über den Erfolg des Projektes abgeben könne. Jochen Born selbst war die Begeisterung für sein neues Aufgabenfeld am Samstag förmlich anzumerken: Das Projekt selbst sei faszinierend, er freue sich auf die Arbeit mit den Tieren und nicht zuletzt habe er nun die große Chance, auch beruflich nach Wittgenstein zurück zu kehren: "Das ist eine Herausforderung, die ich stemmen will."

In diesem Zusammenhang betonte der Nebenerwerbslandwirt, dass bei allen Gesprächen mit dem Förderverein der Aspekt des Geldes eine eher untergeordnete Rolle gespielt habe.

Der Wingeshäuser übernahm 2002 den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb und leitete dort vor 15 Jahren den Ausbau der professionellen Highland-Cattle-Zucht ein. Seit dem Jahre 2004 ist Jochen Born Vorsitzender im Westdeutschen Highland-Cattle-Züchterverband – ein Ehrenamt mit großer Verantwortung.

Bernd Fuhrmann erinnerte am Samstag daran, dass sich 97 Bewerber um den Arbeitsplatz des Wisent-Wärters bemüht hätten: "Eine hervorragende Auswahl hatte das Gremium zur Verfügung, es waren qualitativ hervorragende Bewerbungen dabei." Man freue sich nun, mit Jochen Born den richtigen Mann gefunden zu haben. Er sei erfahren im Umgang mit Tieren, gehe offen auf Menschen zu, sei in Wingeshausen ganz nah dran am künftigen Schaugehege und könne nicht zuletzt seine eigenen Maschinen zum Einsatz bringen. Das bringe beispielsweise bei der Vorbereitung des Futters Vorteile mit sich.

Landrat Paul Breuer, zweiter Vorsitzender des Trägervereins, freute sich, dass man in der Person von Jochen Born ein gutes Bindeglied zwischen Wisent-Projektverantwortlichen und den Landwirten gefunden habe: "Wir respektieren, dass es weiterhin bestimmte Vorbehalte gibt. Da kann eine funktionierende Kommunikation nur hilfreich sein."

Von Martin Völkel


Siegener Zeitung (SZ)

SWA-Anzeiger (Siegener Zeitung) vom 13.01.2010
Bildquelle: SZ-Foto von Martin Völkel (vö)

 
 


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