Philharmonie Südwestfalen
begeisterte in der Elsoffer Kirche

"Der strahlende Glanzpunkt" - "Es ist jedenfalls Vivaldi drin"

Konzertmeisterin Julia Hofer nach 38 Jahren in den Ruhestand verabschiedet.

Elsoff. (lex) Nachdem sich bereits den ganzen Tag zahlreiche Besucher beim Gemeindefest der evangelischen Lukas-Kirchengemeinde im Eder- und Elsofftal vergnügt hatten, folgte am frühen Sonntagabend mit dem Konzert der Philharmonie Südwestfalen der krönende Abschluss eines Tages, der bei allen beteiligten Personen sowie den vielen Gästen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Die Philharmonie Südwestfalen begeisterte bei ihrem Konzert in der Elsoffer Kirche und setzte das i-Tüpfelchen auf einen rundum gelungenen Jubiläumstag im Kirchspiel. (SZ-Foto: lex)
Die Philharmonie Südwestfalen begeisterte bei ihrem Konzert in der Elsoffer Kirche und setzte das i-Tüpfelchen auf einen rundum gelungenen Jubiläumstag im Kirchspiel. (SZ-Foto: lex)

"Dieses Konzert ist der strahlende Glanzpunkt", sagte Pfarrer Dr. Ralf Kötter deshalb auch zum Abschluss eines wunderbaren Tages und sprach damit aus, was die meisten Besucher dachten. Vor dem Konzert begrüßte Otto Marburger als Presbyter der Kirchengemeinde sowie als Vorsitzender der Kulturgemeinde Bad Berleburg die Besucher in der bis auf den letzten Platz gefüllten geschichtsträchtigen Elsoffer Kirche.

Otto Marburger bedankte sich, dass die Kulturgemeinde als Mitorganisator des Konzertes Teil des Festes "950 Jahre Kirchspiel Elsoff" sein dürfe, auch wenn es beide Seiten mehr Mühe gemacht habe, dieses Konzert zu organisieren, da der gewohnte Rahmen verlassen worden sei. Geleitet wurde das Orchester von Naotaka Maejima, der das Programm auch persönlich zusammen gestellt und sich auch für zwei Stücke von Antonio Vivaldi entschieden hatte. Die beiden kurzen Streicher-Stücke, so genannte Concerti ripieni, hatten als Gattung eine kurze Geschichte von der Wende bis in das erste Drittel des 18. Jahrhunderts.

"Sie werden heute nur sehr selten gespielt. Das bedeutet auch, dass Maejima die einzelnen Stimmen selber schreiben musste", sagte Otto Marburger, der sich aber trotzdem freute: "Ob die Stücke selten oder oft gespielt werden, es ist jedenfalls Vivaldi drin." Außerdem begeisterte die Philharmonie Südwestfalen mit Franz Ignaz Becks Sinfonia für Streicher, wobei besonders die Spannungen des Übergangs von Klassik und Romantik deutlich wurden. Höhepunkt des Konzertes war dann aber die Orchestersuite Nummer drei von Johann Sebastian Bach, eines der wohl bekanntesten und auch schönsten Werke des Komponisten.

"Der 2. Satz Air ist zu so etwas wie dem Inbegriff von Musik geworden", so Otto Marburger, der sich genauso wie alle anderen Besucher von der schlichten, aber doch einzigartigen Musik Bachs fesseln ließ. Mit der Auswahl der Stücke schien Naotaka Maejima jedenfalls genau den richtigen Riecher gehabt zu haben, auch Otto Marburger war begeistert: "Was könnte die zweigeteilte Geschichte unseres Kirchspiels besser symbolisieren - die erste Hälfte waren wir katholisch und nun sind wir evangelisch - als die Musik des geweihten Priesters Vivaldi und des großen Johann Sebastian Bach?"

Schließlich wäre ohne Bach evangelische Kirchenmusik gar nicht denkbar gewesen. Aber auch einen traurigen Aspekt gab es im Rahmen des Konzertes. Nach 38 Jahren verlässt die Konzertmeisterin Julia Hofer die Philharmonie Südwestfalen und geht in den Ruhestand. Das Konzert in Elsoff war ihr letzter Auftritt und Otto Marburger dankte ihr für all die Jahre mit einem Blumenstrauß. Mit einem gemeinsamen Lied, einem Gebet von Pfarrer Kötter und erst nach mehrmaligen Zugaben konnten die Musiker das Konzert beenden, mit einem Sektempfang im Fackelschein endete dann der abwechslungsreiche und tolle Tag in Elsoff.


Siegener Zeitung (SZ)

Siegener Zeitung vom 03.06.2009
Bildquelle: SZ-Foto von (lex)

 
 


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