Die Elsoffer Kirche ist das
"Denkmal des Monats April 2009"

Saalkirche, vermutlich aus dem 13. Jahrhundert
Bevölkerung renoviert stets mit

Die Elsoffer Kirche inmitten des historischen Ortskerns ist das Denkmal des Monats. Hier startet regelmäßig der Rundgang der Bewertungskommission beim Wettbewerb 'Unser Dorf hat Zukunft'.
Die Elsoffer Kirche inmitten des historischen Ortskerns ist das Denkmal des Monats. Hier startet regelmäßig der Rundgang der Bewertungskommission beim Wettbewerb 'Unser Dorf hat Zukunft'.

Elsoff. Dieser Titel passt perfekt zu den anstehenden Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 950-jährigen Bestehens des Kirchspiels Elsoff: Die Elsoffer Kirche wurde jetzt zum Denkmal des Monats April 2009 ernannt. Die einst dem heiligen Andreas geweihte Kirche im historischen Ortskern des Landessilberdorfes Elsoff gehört mit zu den ältesten Kirchen in Wittgenstein. Sie überragt noch heute das 1059 erstmals urkundlich erwähnte Dorf "Elsapha" um gut 15 Meter.

Die Urkunde belegt die Pfarrkirchenrechte der grundherrlichen Eigenkirche zu Elsoff des adeligen Buobo, die sich damit von der Mutterkirche Raumland löste. Die Kirche steht mit ihrer in Teilen erhaltenen wehrhaften Einfassung für ein Kirchdorf ungewöhnlich weit abseits am südwestlichen Dorfrand auf einem Bergsporn. Sie diente nicht nur als geistig-kulturelles Zentrum, sondern in Krisenzeiten auch als Festung zum Schutze der Bewohner.

Das Dorf selbst mit seinen rund 650 Einwohnern entwickelte sich am Zusammenlauf von Mennerbach und Elsoff als dicht bebautes Haufendorf. Das genaue Baujahr der Kirche ist unbekannt, wird von Kunsthistorikern jedoch vorsichtig auf Mitte des 13. Jahrhunderts geschätzt, also in die Übergangszeit zwischen romanischem und gotischem Baustil. Bei dem heutigen Bauwerk handelt es sich um eine ursprünglich flach gedeckte Saalkirche.

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erfolgte eine Einwölbung mit Einbau von Stichkappengewölben ohne Gurtbänder auf mächtigen Wandpfeilern. Die Kirche hat ein großes Schiff mit drei Jochen, an das sich ein kleinerer zweijochiger Chor anschließt. Die einteiligen Fenster sind rundbogig wie auch das Portal an der Südseite. Der heute vorhandene Westturm wurde 1869 an der Stelle des alten Turmes erbaut. Anfang der 1980er Jahre stellte sich bei einer Untersuchung heraus, dass die Kirche in einem schlechten Bauzustand war. Daraufhin wurden Kirche und Kirchturm über mehr als ein Jahrzehnt innen und außen grundlegend instandgesetzt – unter großer Beteiligung der Bevölkerung.

Das Innere der Kirche wurde renoviert und teilweise neu gestaltet. Dabei wurden gut erhaltene Gewölbemalereien aus 1912/13 – Ornamentbänder und Fabeltiere – frei gelegt, die dann durch dezente neue Malereien des Künstlers Nikolaus Bette ergänzt wurden. Das Gestühl trägt die eingeschnitzte Jahreszahl 1748, die Empore stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die Orgel im Chorraum wurde 1885 von dem Korbacher Orgelbauer Vogt installiert und zählt nach Expertenmeinung zu den wertvollsten Instrumenten mit romantischem Klangbild.

Sie wurde während der Sanierung der Kirche abgebaut und ebenfalls umfassend renoviert und zum Teil restauriert. Im Turm hängen drei Bronzeglocken, von denen die mittlere und die größte 1442 gegossen wurden und den Namen "Osanna" tragen. Die kleinste Glocke stammt aus dem Jahr 1526.


Siegener Zeitung (SZ)

Siegener Zeitung (Sonntagsanzeiger) vom 15.03.2009
Bildquelle: SZ-Foto

 
 


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