Wittener Kinder- und Jugendtheater
brillierte mit »Der Regenbogenfisch«

Schlagabtausch unter dem Meer - Bühnenstück mit Gesangseinlagen
rückte Tugenden in den Vordergrund

Das Wittener Kinder- und Jugendtheater brillierte am Montag im Berleburger Bürgerhaus mit 'Der Regenbogenfisch'. (SZ-Foto: Dr. Volker Gastreich)
Das Wittener Kinder- und Jugendtheater brillierte am Montag im Berleburger Bürgerhaus mit 'Der Regenbogenfisch'. (SZ-Foto: Dr. Volker Gastreich)

Bad Berleburg. (vg) Das war spannend und lustig, verrückt und bunt und wirklich schrill, was da das Wittener Kinder- und Jugendtheater am Montag im Berleburger Bürgerhaus unter der Regie von Ralph Reiniger auf die Bühne brachte. Das junge Publikum erlebte die Geschichte des Regenbogenfischs hautnah, viele Meilen unter dem Meer. Und dass man da mit mancher Überraschungen rechnen konnte, verstand sich fast von selbst.
Gebannt verfolgten die Mädchen und Jungen wie der wunderschöne »Regenbogenfisch« (Lesley Higl) die Tierwelt auf dem Meeresggrund ganz schön durcheinander wirbelte. Dabei sorgten vor allem der zappelige »kleine blaue Fisch« (Sandra Hengster), der zeternde »Zackenfisch« (Marcus Jakovljevic) und der durchgeknallte »Buckelfisch« (Andreas Richter) für manche Lacher. Die fantasievollen Kostüme (Hanne Eckhart) und die eindrucksvolle Unterwasser-Kulisse (Marina Schulze) machten die Illusion perfekt. Und jeder Unterwassercharakter wurde eindrucksvoll in Szene gesetzt – ob im spaßigen Schlagabtausch zwischen Buckelfisch und Zackenfisch, ob im schräg trällernden Klagegesang des kleinen blauen Fischs oder im niedlich selbstverliebten Sanges-Monolog des Regenbogenfischs – jede Figur hatte schnell das Herz des Publikums für sich gewonnen. Musikalisch orientierten sich die Darsteller dabei an den Melodien bekannter Abba-Klassiker und wandelten Hits wie »Dancing-Queen« in– »Du bist so schön« oder »The winner takes it all« in– »Ich wär so gern ein Regenbogenfisch« um.

Für spannende Momente sorgte schließlich der Auftritt des rätselhaften »Oktopus« (Andreas Richter), der am Schluss den Regenbogenfisch und den Seestern (Marcus Jakovljevic) mit bebender Stimme davon überzeugte, dass Hochnäsigkeit letztlich zu Einsamkeit führt. Ein begeisterter Applaus krönte die Vorführung im Bürgerhaus. Und zu guter Letzt durften alle Mädchen und Jungen auch noch einmal selbst an den Bühnenrand kommen und sich persönlich von dem Regenbogenfisch und seinen Meeres-Freunden verabschieden.

Die beiden Vorstellungen am Vor- und Nachmittag im Bürgerhaus hätten jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, stellte Schauspieler Andreas Richter nach der letzten Aufführung begeistert fest. »Und die Kinder waren wirklich sehr aufmerksam«, fügte Lesley Higl hinzu. Alle Beteiligten seien im Übrigen sehr froh, dass das Stück so gut ankomme: »Wir hatten ja erst kürzlich in Witten Premiere«, so Sandra Hengster. »Und jetzt gehen wir mit dem Stück auf große Deutschlandtour.«

Auch Otto Marburger, Vorsitzender der Kulturgemeinde Bad Berleburg, der das Ensemble aus Witten wieder für das Bürgerhaus verpflichten konnte, zeigte sich von der Veranstaltung begeistert. Es sei ein Gewinn, wenn in einem Kinderstück Werte wie »Freundschaft«, »Zusammenhalt«, und »Vertrauen« auf eine spielerische Art vermittelt würden, die letztlich doch zum Nachdenken anrege.

Von Dr. Volker Gastreich


Siegener Zeitung (SZ)

Siegener Zeitung (SZ) vom 18.02.2009
Bildquelle: SZ-Foto von Dr. Volker Gastreich (vg)

 
 


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