Hotel "Alte Schule"
am Berleburger Goetheplatz öffnet heute
Wo Gelehrte der Antike nächtigen
Überall Kerzenleuchter, viel glänzendes Silber und blinkendes Metall, Lampen mit Verzierungen, Lichterschalen im Flur und große Spiegel.
Bad Berleburg. (howe) "Als ich den Installateur fragte, was mache ich bloß hier in dem Zimmer, da antwortete er, ich stelle Dir eine Badewanne mitten rein." – "Du spinnst doch, habe ich ihm gesagt." Heute lacht Hotelchefin Silvia Köster. Und die Wanne, die steht jetzt in einer geradezu majestätischen Suite mitten im Zimmer oben unter dem Dach des Hauses mit Blick auf den historischen Goetheplatz.
Silvia Köster und Andreas Benkendorf haben sich mächtig ins Zeug gelegt und aus der einstigen Jugendherberge der Odebornstadt ein Vier-Sterne-Vorzeigehotel der Extraklasse gemacht. Heute ist Tag der offenen Tür, gestern wurde noch fieberhaft an den letzten Kleinigkeiten gearbeitet. Wer das Hotel "Alte Schule" betritt, der weiß, warum es seinen Namen trägt: Im Jahre 1923 wurde das Gebäude von der Stadt Berleburg von den zwei Töchtern des Landrates erworben und in eine Höhere Schule für Mädchen und Knaben umgebaut. In den folgenden Jahren haben viele Berleburger in diesen Gemäuern Lateinvokabeln und Formeln gepaukt.
Später öffnete hier eine Jugendherberge ihre Pforten. Im April diesen Jahres erwarben Silvia Köster und Andreas Benkendorf die alte Herberge. Bei den umfangreichen Sanierungsarbeiten fanden die Bauarbeiter immer wieder Zeugnisse der Vergangenheit des Gemäuers. Vom Zirkel über Schreibfedern bis hin zu Spickzetteln, die in den Bodenritzen vor den Augen der Lehrer verborgen wurden. "Da lag es nicht fern, den Namen Hotel Alte Schule zu wählen", sagen die Inhaber. Silvia Köster und Andreas Benkendorf haben der Alten Schule wieder neues Leben eingehaucht und den Charakter einer "Bildungseinrichtung" berücksichtigt. Die Speisekarten sind in Schulheften eingebunden, im Flur zu den Zimmern hat die Innenarchitektin mit einer feinen Idee in einem Glaskasten alte Bücher hochgestapelt. Die Fußböden sind wahre Wunder der Mathematik. Das harmonische "Braun" rechnet Wurzeln und Formeln im Effeff. Einladend sind auch das Herrenzimmer mit Bibliothek, das Restaurant mit urgemütlichem Kamin oder die zehn Zimmer und drei Appartements der gehobenen Klasse.
Wo einst Lateinvokabeln gelernt wurden, muss auch das Ambiente stimmen - eine Mischung aus Rom und Antike. Man könnte meinen, Julius Cäsar und Kleopatra hätten ihre Handschriften hinterlassen - oder Gelehrte der Antike wie Euklid und Archimedes hätten hier studiert: Überall Kerzenleuchter, viel glänzendes Silber und blinkendes Metall, Lampen mit Verzierungen, Lichterschalen im Flur, überall Spiegel, geschmackvolle Dekorationen und Farbzusammenstellungen, Glastische und jede Menge Komfort mit geräumigen Badezimmern und Schieferfliesen, Flachbildschirm, Telefon, Internet, WLAN und alles, was das Urlauberherz begehrt.
Siegener Zeitung (SZ) vom 22.08.2008
Bildquelle: SZ-Fotos (2) von Martin Völkel (vö)









