Ausstellung:
"DREI FARB-RÄUME: Was ist das blaueste Blau?"
Thomas P. Kausel (Konkrete Kunst)
27. Mai - 27. Juni 2010
Museum der Stadt Bad Berleburg
Thomas P. Kausel
Kausels Arbeiten gehören zur Konkreten Malerei. Zum Unterschied von Gegenständlicher Malerei und Abstrakter Malerei (die Natureindrücke durch Reduzieren verformt), bildet Konkrete Malerei nichts ab, sondern die Gestaltungselemente Raum, Wand, Bildfläche, Farbfläche, Linie und Punkt bedeuten "nur" sich selbst.
Thomas P. Kausels Arbeit ist gekennzeichnet durch drei Besonderheiten:
- ungemischte Farben,
- gemalte Namen der Pigmente,
- die Farben im Bild sind stofflich miteinander verwandt.
Ausstellungseröffnung
Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, dem 27. Mai 2010, um 19.00 Uhr, sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen.
Begrüßung:
Bernd Fuhrmann, Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg
Einführung:
Im Rahmen eines Künstlergespräches führen Thomas P. Kausel und Rikarde Riedesel durch die Ausstellung.
Workshop
Am Freitag, 28. Mai 2010, 15.00 Uhr veranstaltet Thomas P. Kausel einen Workshop zum Thema "Farbe".
Eintritt frei.
Ausstellungsdauer
27. Mai bis 27. Jun 2010
Museum der Stadt Bad Berleburg
Goetheplatz 3 · 57319 Bad Berleburg
Öffnungszeiten: Dienstag, Freitag, Samstag und Sonntag 15.00 bis 18.00 Uhr
Kontakt:
Rikarde Riedesel
Telefon (0 27 51) 92 32 32
Eintritt frei!
Weitere Informationen über den Künstler Thomas P. Kausel finden Sie im Internet:
Workshop mit Thomas P. Kausel:
"Was ist das blaueste Blau - das röteste Rot?"
Freitag, 28. Mai 2010, 15.00 Uhr
Führung durch die Ausstellung "DREI FARB-RÄUME" (Magenta-Rot/Gelb/Cyan-Blau). Ein Kennzeichen von Kausels Malerei ist, dass er nur reine, ungemischte Farbpigmente verwendet. Mit deren starker Farbsättigung/Buntheit werden die stärksten optischen Wirkungen erzielt.
Prof. Eugen Gomringer sagte: "Mit Kausel setzt ein neues Überdenken an, was eigentlich Farbe ist und was Farbe in der Kunst bewirkt und wie Farbe sich darstellt".
Diskussion:
Gemeinsame Diskussion der Teilnehmer, auch während der Führung.
Individuelle, persönliche Beratung:
Mit Besuchern, die mit speziellen konkreten Fragen und Problemen an den Maler herantreten, wird gemeinsam eine Lösung erarbeitet.
Was ist Konkrete Kunst?
Der Begriff Konkrete Kunst wurde 1924 von Theo van Doesburg eingeführt. Konkrete Kunst bildet nicht ab. Im Gegensatz zur Gegenständlichen Malerei und Abstrakten Malerei bildet die Konkrete Malerei nichts ab, weder die sichtbare noch unsichtbare Natur (wie es die abstrakte Malerei macht). Die Gestaltungselemente Raum, Wand, Bildfläche, Farbe, Linie und Punkt bedeuten nur sich selbst und verweisen auf sich selbst. Kausel malt nur mit den ca. 154 reinen, ungemischten Farben - das ist eine weitere Reduzierung innerhalb der Konkreten Malerei.
Weitere Themen z.B.:
- Was ist Malerei?
- Was bedeutet das Wort "Farbe"?
Seine 3 Bedeutungen. - Farbe als Substanz/was sind Pigmente?
- Lebensdauer von Malerei - wie haltbar und lichtecht sind Pigmente?
- Wozu dienen Bindemittel wie Dispersion/Acryl/Leinöl, usw.?
- Farbe physikalisch: farbiges Licht/der Farbkreis nach Newton, Goethe, usw.
- Komplementärfarben löschen sich aus.
- Deckend oder transparent ?
Namen von Farben:
Wonach werden Farben geordnet?
Was bedeuten die Buchstaben und Zahlen, die in manchen Bildern von Kausel zu sehen sind?
Die internationalen Namen der Pigmente - das Colour-Index-System. Kann man Farben nach ihrem chemischen Aufbau ordnen? Sind daran die Eigenschaften der Farbpigmente zu erkennen? Gibt es wirklich nur 14 Blau?
Eine Farbe - viele Wirkungen:
Auf verschiedenen Trägermaterialien (z.B. Leinwand, Papier, etc.) zeigt Kausel, wie ein einziges Pigment z.B. Ultramarinblau, sehr verschiedenartig wirken kann. Hier kann die Farbe angefasst, ertastet, sinnlich erfasst und erlebt werden.
Wahrnehmung von Farbe:
Farb-Psychologie: Abhängig von der Beleuchtung und dem Farbmittel fällt farbiges Licht bestimmter Wellenlänge auf die Netzhaut des Auges, Nervenreize lassen im Sehzentrum des Gehirns farbige Bilder entstehen. Farben wirken auf unsere Empfindungen und Gefühle, dies können wir sehr deutlich in den drei Farbräumen an uns selbst wahrnehmen, so wird unser Bewusstsein und unser Verhalten beeinflusst. Farben sind das Portal zu unserer Seele: fast 90 % unserer Sinneswahrnehmungen erfolgen durch die Augen. Farben wirken auf jeden Einzelnen anders, subjektiv, haben aber auch allgemeine Wirkungen: Blau assoziieren wir z.B. mit Himmel, Meer, aber auch Frieden, Ruhe, Spiritualität und Kreativität. Der Farbton Rot wiederum erzeugt vollkommen andere Assoziationen. Farbe wirkt z.B. auch auf unser Temperatur-Empfinden: wenn wir uns im Winter in einem Raum aufhalten, der mit warmen gelblichen oder rötlichen Farben gestrichen ist, können wir unser Wohlbefinden steigern, evtl. auch Energie sparen.
Faszinierend bleibt die Unberechenbarkeit der Farbe, die Tatsache, dass sie nie ganz rational erfahrbar wird, dass die Sprache nicht ausreicht, sie vollständig zu beschreiben, und dass sie auch immer wieder zu gefühlsmäßigen Entscheidungen zwingt - und dabei stets unterschiedlichste Botschaften vermittelt.
Eintritt frei!
Veranstalter
Stadt Bad Berleburg
Das blaueste Blau
Bad Berleburg. "Eine nicht alltägliche Ausstellung" nannte Volker Sonneborn, Beigeordneter der Stadt Bad Berleburg, am Donnerstagabend die Schau mit Installationen des Berliner Malers Thomas P. Kausel, die derzeit drei Räume des Berleburger Stadtmuseums fest in ihrem Griff haben. Unter der Fragestellung "Was ist das blaueste Blau?" habe der Fotograf, Kameramann und Meisterschüler bei Hermann Nitsch Farbräume im Museum geschaffen, in denen sich seine konkrete Kunst entfalte.
Dem stimmte auch Rikarde Riedesel, Kustodin der Stadt Bad Berleburg, zu. "Wir durchwandern mit einem Mal das rote Zimmer im Untergeschoss, bewundern auf der zweiten Etage das gelbe Zimmer und stehen schließlich im Obergeschoss im blauen Zimmer."
Thomas P. Kausel: „Was ist das blaueste Blau?“
Bis 27. Juni, dienstags, freitags, samstags, sonn- und feiertags von 15 bis 18 Uhr, Museum der Stadt Bad Berleburg.
Von Dr. Volker Gastreich
SWA-Sonntagsanzeiger | Siegener Zeitung vom 30.05.2010
Bildquelle: SZ-Fotos von Dr. Volker Gastreich (vg)

















