Ausstellung: "Landschaft"
Uwe Paduck (Malerei)
9. April - 23. Mai 2010
Museum der Stadt Bad Berleburg
Uwe Paduck
Auf der Suche nach Malbarem durchstreift der norddeutsche Künstler Küsten- und Marschlandschaften, dort wo Meer und Land sich berühren. Doch findet er seine Motive auch in geschichtlichen Orten, z.B. in Venedig und Weimar. Dann und wann dienen ihm die Wälder Wittgensteins als Anregung für seine Bilder.
Weil sie als Vorlage das Erscheinungsbild der Realität am objektivsten wieder gibt, werden Photographien als Vorlage genutzt und als Ausgangsmaterial verwendet. Einerseits reduziert sich das Abbild durch das Malen und gibt andererseits mehr Raum frei für Sinnlichkeit und materielle Präsenz. Durch dieses Prinzip entsteht etwas Neues, Anderes. Dieser Übersetzungsvorgang ist gleich Reduktion und Zugewinn. Vorwiegend wähle ich auf meinen Streifzügen unspektakuläre Landschaftsausschnitte und versuche die Momentaufnahme der Photographie mit der Malerei in etwas Zeitloses zu überführen.
Uwe Paduck
Ausstellungseröffnung
Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, dem 8. April 2010, um 19.00 Uhr, sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen.
Begrüßung:
Hermann Kaiser, stv. Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg
Einführung:
Rikarde Riedesel
Ausstellungsdauer
9. April bis 23. Mai 2010
Museum der Stadt Bad Berleburg
Goetheplatz 3 · 57319 Bad Berleburg
Öffnungszeiten: Dienstag, Freitag, Samstag und Sonntag 15.00 bis 18.00 Uhr
Kontakt:
Rikarde Riedesel
Telefon (0 27 51) 92 32 32
Eintritt frei!
Veranstalter
Stadt Bad Berleburg
Einfach mal spazieren schauen
Uwe Paduck verleiht Landschaftsfotos
als Aquarell oder in Öl Würde
Ausstellung "Landschaften" im Museum der Stadt Bad Berleburg
Bad Berleburg. „Hat diese Ausstellung überhaupt eine Einführung nötig?“, fragte vorgestern Abend bei einer Vernissage Berleburgs Kustodin Rikarde Riedesel im Museum der Stadt am Goetheplatz rhetorisch. Lebenswichtig war die Einführung vielleicht nicht, aber das was Rikarde Riedesel über die Landschaftsbilder von Uwe Paduck sagte, das war so richtig und treffend, dass sich der Künstler nach der Einführung freudestrahlend bei ihr bedankte.
Zuvor hatte Rikarde Riedesel die zahlreiche Zuhörerschaft mit auf einen Spaziergang durch einige der gut 50 Bilder der Ausstellung genommen. Sie hatte das große Blau manches Bildes erläutert: „Für Uwe Paduck gehört der Himmel zur Landschaft, nur so ist Landschaft als Ganzes zu sehen.“ Sie konnte erklären, weshalb Pflanzen die einzigen Lebewesen in allen Bildern sind: „Menschen und Tiere lenken zu sehr von der Landschaft ab, sagt Uwe Paduck.“ Wobei Zivilisation dennoch vorkommt: „Die Landschaften sind keine Idyllen, es sind Kulturlandschaften, und der Mensch hat seine Spuren darin hinterlassen. Unberührte Natur gibt es nicht mehr.“
Dabei orientieren sich die Aquarell- oder Öl-Gemälde an real existierenden Landschaften. Uwe Paduck fotografiert diese zunächst einmal. Das seien keine guten Fotos, gibt er offen zu, wobei er die Kunstform „Fotografie“ ohnehin kritisch sieht – dabei war doch seine Ehefrau Christiane Gehner Bildredakteurin beim „Spiegel“. Über die Frau mit Schwarzenauer Wurzeln kam auch die Ausstellung in Bad Berleburg zustande. Aber zurück zu Uwe Paducks Hilfstechnik „Fotografie“. Erst wenn er diese Bilder als Aquarell oder in Öl male, verleihe er den Landschaften ihre Würde. Mit den kleineren Aquarellen tes-tet er zunächst, ob das Motiv auch für die deutlich größeren Ölgemälde trägt. Beides ist in Bad Berleburg zu sehen, beides zeichnet sich durch eine akribische und feine Komposition aus. Wo als Gruß aus der Zivilisation schon mal Satellitenschüsseln, Straßenlampen oder fein säuberlich gestapelte Holzstämme pittoresk herumhängen, -stehen oder -liegen. Ach ja, die Baumstämme sind übrigens wirklich Wittgensteiner, ansonsten führt die Ausstellung oft in die norddeutsche Heimat des Malers oder nach Irland, aber auch nach Venedig. Denn selbst Palazzi können eine Landschaft formen. Schön an den Werken ist auch, dass Uwe Paduck immer wieder längst verblichene, große Künstler zitiert und interpretiert: mal Caspar David Friedrich, mal William Turner.
An den Wittgensteiner Baumstämmen konnte Rikarde Riedesel noch einen wichtigen Punkt deutlich machen. Viele Besucher hätten bestimmt einen Ort im Kopf, wo dieses Bild nach ihrer Meinung gemalt worden sei. Allerdings seien das wahrscheinlich ganz unterschiedliche Stellen: Auch hier finde man die Allgemeingültigkeit der Paduck'schen Landschaften.
Wer sich sein eigenes Bild machen möchte, ist willkommen. Man sollte genug Zeit mitbringen, denn jedes Bild lädt zum zeitintensiven Spazieren-Schauen ein. Allerdings warnte Rikarde Riedesel auch vor Nebenwirkungen der Ausstellung: „Die Landschaften haben Sogwirkung, man beginnt, sich in ihnen zu verlieren.“
Uwe Paduck: „Landschaften“
Bis 23. Mai, dienstags, freitags, samstags, sonn- und feiertags von 15 bis 18 Uhr, Museum der Stadt Bad Berleburg.
Von Jens Gesper
Siegener Zeitung vom 10.04.2010
Bildquelle: SZ-Foto von Jens Gesper (jg)













