WaldSkulpturenWeg Wittgenstein-Sauerland

- WaldSkulpturenWeg Wittgenstein-Sauerland
Zwischen Bad Berleburg im Kreis Siegen-Wittgenstein und Schmallenberg im Hochsauerland führt der in den Jahren 2000 bis 2010 entstandene WaldSkulpturenWeg. Auf den Rothaarsteig-Zugangswegen der beiden Städte überwindet er mit knapp 23 Kilometern den Rothaarkamm, auf dem er bei Kühhude auch den Rothaarsteig kreuzt.
International bekannte Künstler haben mit ihren Kunstwerken am Wegesrand des WaldSkulpturenWegs einen zumindest in Deutschland einmaligen Kunstwanderweg geschaffen.
In dem über Jahre angelegten Projekt sind inzwischen alle 11 Kunstwerke fertiggestellt. Es wurde den Künstlern also Zeit gelassen, damit am Ende Erstklassiges entstehen konnte. Die Landschaft, welche die Kunstwerke umgibt, wird vor allem geprägt von Fichten in den Kammbereichen und von Mischwäldern in den Tälern.
Nutzen Sie den WaldSkulpturenWeg als Einstieg in einen Urlaub rechts und links vom Rothaarkamm. Denn die beiden Orte Bad Berleburg im Wittgensteiner Land und Schmallenberg im Sauerland haben noch einiges mehr zu bieten.
Weitere Infos unter:
Der Wettbewerb (1/11)
2002 - 2004
Konfession, Kultur und Rothaarkamm trennten über Jahrhunderte die Bewohner von Bad Berleburg und Schmallenberg – bisweilen bis heute. Um eine Brücke zwischen Identitäten, Traditionen und Vorurteilen zu schlagen, lud der Konzeptkünstler Jochen Gerz die Menschen beider Orte ein, einen Brief über den Rothaarkamm an die jeweils andere Stadt zu schicken, und in diesem Brief z. B. über ihre Assoziationen zum Begriff Heimat zu schreiben. Auf der anderen Seite des Rothaarkamms wurden diese Briefe dann auf Schildern in der Stadt ausgestellt. Ihre Themen: Gefühle, Erfahrungen, Erlebnisse und Erinnerungen von Menschen auf dem oft nicht leichten Weg zum anderen. Das Projekt "Der Wettbewerb" bildet den Ausgangs- und Endpunkt des WaldSkulpturenWegs.
Weitere Informationen über Jochen Gerz finden Sie im Internet:
www.gerz.fr
Was war zuerst? (2)
2007 - 2009
Die Entstehung des Lebens und dessen ewigen Kreislauf symbolisiert die Künstlerin Magdalena Jetelová mit einem ca. 6,5 m hohen goldenen Ei von etwa 4 m Durchmesser. Größe und Lichtreflexionen machen es so präsent, dass das Ei als Ausgangselement und Urform des Lebens in die Landschaft hinein wirkt und zu ihrem Bestandteil wird. Auf das Wesentliche reduziert wird es zum Zeichen und Sinnbild für die Leben hervorbringende und erhaltende Natur. Für die Standsicherheit der Skulptur wurde ein Fundament aus Stahlbeton errichtet, die Stabilität der Skulptur selbst wird durch ein Stahlskelett im Inneren gewährleistet. Die Oberfläche besteht aus Kunstharz bzw. Gießharz mit Glasfasereinlage und wurde im Laminierverfahren im Atelier von Magdalena Jetelová modelliert und mit Blattgold überzogen.
Weitere Informationen über Magdalena Jetelová finden Sie im Internet:
www.jetelova.de
Die Grünstation (3)
2006
"Die Grünstation" ist ein leuchtend grünes, in seiner Architektur sehr reduziertes Haus, das vollständig mit dem es umgebenden Biotop verwachsen ist. Konzipiert wurde die Plastik von der Künstlerin Gloria Friedmann, die die Natur und das Verhältnis des Menschen zur Natur zum Thema ihrer Arbeit gemacht hat. Durch das wirre Grün der Büsche wirkt das dreiseitig geschlossene kleine Haus aus der Ferne als monochromes Zeichen, als Plastik wenn man sich nähert, und als Herberge zur Rast, wenn man davorsteht. Die rustikale und einfache Einrichtung vertieft diesen Eindruck. Als Unterstand bei Gewitter empfiehlt sich die Grünstation jedoch nicht: Putz und Bauplatten werden von einem soliden Stahlgerüst getragen.
The Monument
of the Lost Falcon (4)
2005
Nur aus der Vogelperspektive kann man das 44 x 28 m messende "Monument des verschollenen Falken" (The Monument of the Lost Falcon) vollständig erkennen. Aus Erdwällen hat der New Yorker Künstler Alan Sonfist den Schattenriss eines schwebenden Falken auf einer Waldlichtung im Wittgensteiner Forst modellieren lassen. Die Erdwälle erinnern an die Verteidigungshügel keltischer Fortifikationen der unmittelbaren Umgebung und wurden mit Baumarten bepflanzt, die früher den Wald in der Region dominierten, aber durch den Menschen verdrängt worden sind. Mit der dem Schattenriss folgenden Einzäunung schützt Sonfist seine Arbeit sinnbildlich vor Mensch und Tier, die durch Willkür bzw. Verbiss die Ursprünglichkeit der Natur oftmals unwiederbringlich verloren gehen lassen.
Weitere Informationen über Alan Sonfist finden Sie im Internet:
www.alansonfist.com
Stein-Zeit-Mensch (5)
2001
Fast wie ein archaischer Tempel wirkt die Skulptur "Stein-Zeit-Mensch" des Künstlers Nils-Udo: Mitten im Wald liegt ein riesiger Felsquader, der von einer monumentalen Baumstammarchitektur umrahmt wird. Der Quarzit-Monolith bringt nahezu 150 t auf die Waage und bildet eingebunden in die stille Erhabenheit des Waldes ein Denk- und Mahnmal seiner selbst: seiner Größe, seiner zeitlosen Erdverbundenheit und seiner Einmaligkeit. Dieser mächtigen Einheit ausgesetzt, erfährt der Wanderer seine eigene Zeitlichkeit und Verletzlichkeit.
Kein leichtes Spiel (6)
2000
Die fast vier Meter hohe und knapp 64 t schwere Stahlskulptur "Kein leichtes Spiel" von Ansgar Nierhoff steht auf dem Rothaarkamm als überraschendes Zeichen mitten im Wald für den Konflikt zwischen den über Jahrhunderte territorial, sprachlich, kulturell und konfessionell getrennten Regionen Sauerland und Wittgenstein. Eine massive Stahlwand ist in ein großes zentrales Tor, zwei kleinere Tore und zwei Blöcke aufgelöst worden. Der Betrachter kann sehen: alle Teile passen ineinander, schaffen ein Drinnen und Draußen und fordern zum Begehen auf. Der Dialog zwischen den Einzelformen der Skulptur wird durch den Dialog mit dem sie umgebenden Raum, der Natur, vervielfacht. Dieser Kontrast ermöglicht Entdeckungen, Vergleiche und Erinnerungen, für jeden Besucher verschieden. Der so bezeichnete Ort, unweit einer Wegekreuzung an alten Grenzen, lässt Wanderer an der Gemeinsamkeit der ehemals entzweiten Regionen und der Überwindung von Grenzen teilhaben.
Der Krummstab (7)
2005
"EINE ALLZU GROSSE MACHT STUERZT DURCH IHRE EIGENE MASSE". Dieses Zitat von Martin Luther ziert die 7,50 m hohe, formal labil wirkende Skulptur "Der Krummstab" von Heinrich Brummack. Der Krummstab zählt zu den bischöflichen Insignien der römisch-katholischen Kirche. 1072 wurde er als Mahnung zur Fürsorge an die Benediktiner-Abtei Kloster Grafschaft verliehen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde er mehr und mehr zum Zeichen der kirchlichen Macht. Mit der Enteignung kirchlicher Güter im Rahmen der Säkularisation 1803 gingen dieser weltliche Einfluss – und mit ihm der Krummstab des Klosters – verloren. Für die Errichtung der Skulptur, die eine weithin sichtbare Landmarke auf dem Weg zwischen Schmallenberg und Bad Berleburg bildet, wurden 2.613 kg Aluminium verarbeitet.
Hexenplatz (8)
2003
Schornsteine, die aus dem Waldboden ragen, eine Wetterfahne, Tore aus großen Ofengabeln und ein von aufgeklappten Zauberbüchern umstellter riesiger Hexenkessel in einem kleinen, von Wegen umfangenen Tal – Lili Fischer besetzt den von altersher als "Hexenplatz" bekannten Ort mit den Relikten eines vermeintlich versunkenen Hexendorfes. Ihre Arbeit gibt Zeugnis vom Mythos Hexe und versetzt Wanderer in eine Welt der Märchen und Magie. Gleichzeitig macht er jedoch auch auf die reale grausame Verfolgung von Menschen während der Zeit der Hexenprozesse aufmerksam: Auf der anderen Seite der Talsenke befindet sich der "Verhörplatz", auf dem einst vermeintliche Hexen zum Tode verurteilt wurden.
Weitere Informationen über Lili Fischer finden Sie im Internet:
www.lilifischer.de
Blinker II.
Ein Lichtspieltheater (9)
2007 - 2010
Hier führt die Natur Regie: "Blinker II" ist eine lichtkinetische Skulptur des Künstlers Timm Ulrichs, bestehend aus einem Stahlgerüst, 1.000 x 1.183,5 cm, mit 196 beweglich eingehängten polierten Edelstahl-Spiegeln, je 50 x 83 cm. Die einzelnen Tafeln sowie die Gesamtfläche der Lamellenwand, 719,5 x 1.183,5 cm, entsprechen in ihrer Proportion einer üblichen Filmleinwand. Auf ihr bringen sich die natürlichen Elemente Licht und Luft, die Sonne und der Wind sowie Himmel und Erde winkend blinkend in einem atmosphärischen Naturschauspiel von unendlicher Vielfalt zur Aufführung (ähnlich dem Cuxhavener Gezeiten-Objekt "Blinker I" von 1982 aus schwimmend-mobilen Wasser-Spiegeln).
Über den Teichen (10)
2001
Über dem lang gestreckten Tal beim Kloster Grafschaft schwebt ein rätselhafter Klangteppich aus Tönen: Die Geräusche aus Wald und Flur verbinden sich hier mit mystischen Lauten, die natürlichen Ursprungs scheinen und doch so unvertraut sind. Ihr Geheimnis lüftet sich erst, wenn man direkt davor steht: Die Töne entspringen der Klangskulptur "Über den Teichen", einem Kreis hoher Kupferstelen, die der Künstler Andreas Oldörp nach dem Prinzip der Orgelpfeifen konstruiert und im Bremecketal installiert hat. Lauschen, Spüren und Fühlen weisen dem Wanderer den Weg zu dem Kunstgenuss in der freien Natur des Waldtales.
Weitere Informationen über Andreas Oldörp finden Sie im Internet:
www.oldoerp.de
Download: Flyer WaldSkulpturenWeg
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