"Hochzeitsmesse 2009":
Tummelplatz für künftige Ja-Sager
20 Aussteller aus der Region präsentierten sich auf der Hochzeitsmesse auf Schloss Berleburg
Bad Berleburg. Ivonne Karger und Stefan Jäsch sind sich einig: Die Monate vor der Hochzeit stellen die Beziehung noch einmal auf eine Probe. Er will goldene Ringe, sie Silberne, er will seinen Namen behalten, sie ihren nicht abgeben. Nur bei einer Sache gibt es keine Diskussion mehr: Im August wird geheiratet - und zwar mit allem was dazu gehört. Letzte Anregungen für die "märchenhafte Feier" holte sich das Paar am Sonntag auf der Hochzeitsmesse auf Schloss Berleburg.
20 Aussteller aus der Region haben sich ein gemeinsames Ziel gesetzt: Sie wollen eine Traumhochzeit ermöglichen. Vom Catering-Service über Brautfrisuren, von den Trauringen bis hin zu Flitterwochen, wurde den Besuchern am Sonntag alles rund um das Thema Hochzeit geboten.
Auch Ivonne Karger und Stefan Jäsch schlenderten Hand in Hand durch die Räume. Sie haben die Gästeliste schon geschrieben, das Hochzeitsmenü schon ausgewählt, die Kleiderwahl schon getroffen. Seit elf Monaten plant das Paar seine Traumhochzeit und hat eines schon jetzt gelernt: Eine Beziehung funktioniert nur mit Kompromissen.
4.000 Eheschliessungen in 40 Jahren
Statt weiterhin auf Silber- oder Goldring zu bestehen, haben sich die beiden einfach auf einen "Mischring" geeinigt, statt die Namensfrage zum Streitpunkt werden zu lassen, suchen sie vor Ort den Rat von Standesbeamtin Gudrun Schneider. Diese kennt die Fragen der jungen Paare genau, hat schon 4.000 Ehen in 40 Jahren geschlossen und ist durch nichts, aber auch wirklich gar nichts aus der Ruhe zu bringen. Einen "Nein-Sager" hatte sie noch nie, dafür aber schon mehrere, die erst gar nicht zum Termin erschienen.
Namensfragen, so die Standesbeamtin, seien im Vergleich dazu das kleinste Problem. Keine fünf Meter weiter, im Seitenflügel der Orangerie, sitz Vera van den Berg. Ihre Haare sind kunstvoll hoch gesteckt, das Brautkleid passt wie angegossen.
"Probe-Paar" im Hochzeitsfieber
Schneiderin Claudia Mehlich zupft hier noch ein bisschen zurecht, streicht da noch ein bisschen glatt. Perfekt. Angesichts der jungen Braut wird auch die Schneiderin nervös. Sie selbst wird im Juni vor den Altar treten. Ihr eigenes Brautkleid ist jedoch geliehen. "Als Schneiderin das eigene Brautkleid zu nähen - das bringt Unglück", ist sie sich sicher.
Auf Vera van den Berg wartet noch das "perfekte Hochzeits-Make-up". Bräutigam Mathias Strack steht noch ein wenig verloren daneben. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass er die Braut erst vor zehn Minuten kennengelernt hat.
"So sollte das im wahren Leben nicht sein. Aber wir üben nur." Der Grund: Mathias Strack und Vera van den Berg sind das "Probe-Paar". An ihnen wird den Besuchern demonstriert, wie sich die Jeans-tragende jungen Frau schrittweise in eine Braut verwandelt. Wie der Abiturient dank schickem Anzug zum Bräutigam wird. Und weil die Hochzeitsluft so gut duftet, darf weder die Runde in der Limousine, noch das Anschneiden der Torte fehlen. "Man kann sich daran gewöhnen", so Strack.
Mit Sekt und kleinen Häppchen wurden die Besucher empfangen - alles mundgerecht, alles garantiert "kleckersicher". Kamen die meisten erst nur mit einem Eheversprechen in den Händen, gingen sie mit vielen neuen Ideen, Eindrücken und auch Kontakten wieder nach Hause. Nicht nur die Paare, sondern auch Christoph Haupt, Inhaber der Schloss Schänke, lächelte zufrieden. "Das hier hat Stil. Es kommen wirklich viele, die tatsächlich feiern wollen - nicht nur die klassische Hochzeit, sondern auch Silber- und Goldhochzeiten."
Von Marie Lisa Schulz
HINTERGRUND
Westfälische Rundschau (WR) vom 02.03.2009
Bildquelle: WR-Foto von Marie Lisa Schulz








