Andenken Bismarcks soll nicht bröckeln
Verkehrs- und Heimatverein sammelt weitere Spenden für Sanierung der Bismarcksäule
Bad Berleburg. (buk) Seit Beginn dieser Woche laufen die Sanierungsarbeiten an der Bad Berleburger Bismarcksäule.
Witterung und Wuchs haben dem Denkmal zu Ehren des 1898 verstorbenen ehemaligen Deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck seit der letzten Restauration im Jahr 1989 sichtbar zugesetzt.
Der Verkehrs- und Heimatverein Bad Berleburg habe sich vor etwa einem Jahr entschlossen, eine Sanierung in Angriff zu nehmen, wie Projektleiter Bernd Brömmeling im WR-Gespräch erklärte. Die Kosten, die sich auf etwa 20.000 Euro belaufen, müsse der Verein selbst schultern. Deshalb ist der Verein auf Spenden angewiesen.
Olav Ränger, der für ein Restaurationsunternehmen aus Paderborn die Sanierung vornimmt, ist vor allem mit der steinmetzmäßigen Überarbeitung der Ruhrsand-Steine beschäftigt. Viele Steine weisen Risse auf. Gleiches ist auch bei den Treppenstufen zur Säule der Fall. Diese sollen von der Firma Müsse zunächst ausgehoben werden, damit ein neues Fundament geschaffen werden kann.
Wenn die Stufensteine nur einmal gerissen seien, könnten diese noch vernagelt werden, erklärt Olav Ränger. Bei mehreren Rissen sei dies nicht mehr möglich.
Auch an der gusseisernen Feuerschale auf der Säule sollen Veränderungen vorgenommen werden. In welcher Form - zum Beispiel sei an eine Überdachung zu denken - darüber werde die obere Denkmalbehörde in Münster entscheiden. Das Problem bestehe darin, so Ränger, dass die Schale ein Auffangbecken für Regen und Feuchtigkeit sei. Dies solle in Zukunft vermieden werden, vor allem, weil sprießende Pflanzen die Säule schädigten.
Voraussichtlich dauern die Sanierungsarbeiten noch etwa zwei Wochen, so Ränger.
Zusätzlich soll die Bismarcksäule zur 750-Jahrfeier von der Stadt aus besser sichtbar gemacht werden, so Bernd Brömmeling. Zur Zeit verdecken noch Bäume die Sicht. Eine Entästung der Sichtschneise könne dieser Tage wegen der Brutzeiten aber noch nicht durchgeführt werden.
Hintergrund
Modell "Götterdämmerung"
- Insgesamt wurden - auch außerhalb von Deutschland - 240 Bismarcktürme und -säulen gebaut, von denen noch 172 erhalten sind.
- Die Berleburger Bismarcksäule ist nach dem Entwurf "Götterdämmerung" des Dresdener Architekten Wilhelm Kreis errichtet worden.
- Die Grundsteinlegung erfolgte am 19. August, die Einweihung am 24. September 1911.
- Angeregt wurde die Errichtung durch den damaligen Turnverein Berleburg auf Antrag vom 18. Januar 1899.
- Um einen Abriss zu verhindern, wurde in Bad Berleburg das Projekt "Rettung der Bismarcksäule" gestartet.
- In NRW stehen noch fünf von sechs Säulen des Entwurfs "Götterdämmerung".
Westfälische Rundschau (WR) vom 05.06.2008
Bildquelle: Fotos (2) von Lars-Peter Dickel und Björn-Uwe Klein
Weitere Infos finden Sie hier:
Verkehrs- und Heimatverein Bad Berleburg e.V.
Verein für Tourismus, Heimatpflege und Werbung

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