Dreitägiger Grenzgang zum 750-jährigen Bestehen Berleburgs - Gedenkstein enthüllt

Der Gedenkstein, der anlässlich des 750-jährigen Jubiläums enthüllt wurde, ist 'ein echter Wittgensteiner'. (WR-Bild: ha)
Der Gedenkstein, der anlässlich des 750-jährigen Jubiläums enthüllt wurde, ist 'ein echter Wittgensteiner'. (WR-Bild: ha)

Ein wichtiger Beitrag
zum Jubiläum

Bad Berleburg. (ha) Die Festwoche zum 750-jährigen Bestehen der Stadt Bad Berleburg rückt näher. Ein Höhepunkt fand bereits am Wochenende mit einem dreitägigen Grenzgang, der vom Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) veranstaltet wurde, statt.

"Die Berleburger Grenzgänge wurden vielfach von der Wemlighäuser Heiderbrücke gestartet", erklärte Klaus Kuhn, Fachreferent für Naturschutz. Deshalb liege es nahe, dort die Berleburger Grenzgangwanderung zu beginnen und diesen Punkt zudem mit einem Gedenkstein kenntlich zu machen, auf dem die Berleburger Grenze und ihre Geschichte in Bronze gegossen ist.

Viel Arbeit sei nötig gewesen, die knapp 40 Kilometer lange Grenze ausfindig und begehbar zu machen. "Wir haben im Jahr 2005 bereits einen Grenzgang als Generalprobe durchgeführt", erklärte Kuhn. Durch den Sturm "Kyrill" seien die Arbeiten weiter erschwert worden und man habe in einigen Gebieten wieder von neuem beginnen müssen. Der Gedenkstein, der anlässlich des 750-jährigen Jubiläums enthüllt wurde, sei ein echter Wittgensteiner, der vom Steinwerk Böhl aus Raumland gestiftet wurde. Die Bronzetafel sei durch zahlreiche Spenden ermöglicht worden.

Die Pflicht zur Grenzbegehung der Stadt Bad Berleburg ist in der Gemeindeordnung aus dem Jahr 1562 festgelegt. Darin steht:

"ES SOL DER ERNSAME BÜRGERMEISTER SAMBT DER GANZEN BÜRGERSCHAFT JUNG UND ALT;
UND DIE KNABEN VON 7 JAHREN ZUM WENIGSTEN EINMAL IM JAHR IN IHRER FELDMARK UND GRENZ UMBHER GEHEN UND BESICHTIGEN DIE GEMEIN."

Die Festwoche zum 750-jährigen Bestehen der Stadt Bad Berleburg rückt näher. Ein Höhepunkt fand bereits am Wochenende mit einem dreitägigen Grenzgang, der vom Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) veranstaltet wurde, statt. (WR-Bild: ha)

Der älteste bekannte Grenzgang der Stadt Bad Berleburg ist auf den 10. Juni 1581 datiert. Kreisheimatpfleger Albrecht Sauer betonte, dass die Grenzen damals einen großen Einfluss auf das Leben der Menschen gehabt hätten. Es sei deshalb öfter zu Grenzstreitigkeiten gekommen. Heute sei das alles einfacher, da die Gebiete durch die moderne Technik genauer abgesteckt werden könnten.

Schade sei, dass nicht mehr alle historischen Grenzsteine auffindbar gewesen seien, so Sauer. Ein Grund hierfür sei auch der Sturm Kyrill gewesen. Als Grenzzeichen wurden Gräben, Grenzsteine und Bäume gewählt. Nach einem jahrhundertealten Zeremoniell habe der letzte Grenzgang vom 14. bis 18. Oktober 1839 stattgefunden. Im Jahre 1949 bis1960 habe es dann in Berleburg eine Separation gegeben, bei der die Grenzen an bestehende Wege, Schneisen und Bestandsgrenzen angepasst wurden. Im Jahr 2005 habe man dann die Tradition auf der alten Gemarkungsgrenze aus dem Jahr 1839 wieder aufgegriffen. Das ursprüngliche Ziel des Grenzganges sei es gewesen, dass alle Leute den Verlauf der Stadtgrenze kennen sollten.

"Dies ist wieder ein wichtiges Ereignis im Rahmen unseres Jubiläums und ich danke allen, die uns unterstützt haben", so Heimatpfleger Sauer weiter. "Ich finde es hervorragend, dass man das hier zur 750-Jahrfeier aufleben lässt", betonte der Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg, Bernd Fuhrmann. Er dankte allen für ihr Engagement und ihre geleistete Arbeit.

Grenzgang - Strecke

Start und Ziel in Wemlighausen

Westfälische Rundschau (WR)

Westfälische Rundschau (WR) vom 19.05.2008
Bildquelle: WR-Fotos (2) von Fabian Hansel

 
 


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