Elf Jugendliche erarbeiteten Broschüre
"Lokalgeschichte am Wegesrand"

Schüler erstellten Wanderführer

Bad Berleburg. (bb) Das Geschichte auch spannend sein kann, erfuhren elf Schülerinnen und Schüler der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule aus Bad Berleburg. Das Ergebnis ihrer einjährigen Arbeit präsentierten die jungen Forscher am Mittwoch der Öffentlichkeit.

'Lokalgeschichte am Wegesrand' ist der Titel des kostenlosen Wanderführers, für den sich elf Hauptschüler mit ihrem Lehrer Rüdiger Grebe und Stadtarchivarin Rikarde Riedesel auf Spurensuche an 'Via Adrina', 'Schieferpfad' und 'Ederauenweg' machten. (WR-Foto: Benedikt Bernshausen)
'Lokalgeschichte am Wegesrand' ist der Titel des kostenlosen Wanderführers, für den sich elf Hauptschüler mit ihrem Lehrer Rüdiger Grebe und Stadtarchivarin Rikarde Riedesel auf Spurensuche an 'Via Adrina', 'Schieferpfad' und 'Ederauenweg' machten. (WR-Foto: Benedikt Bernshausen)

Seit einigen Jahren bereits engagiert sich Rüdiger Grebe, Lehrer an der Bad Berleburger Hautschule, gemeinsam mit seinen Schülern bei der Konzeption und Umsetzung von Wanderwegen. Der "Wittgensteiner Schieferpfad" entstammt ebenso wie der "Ederauenweg" dem Schulprojekte "GÖS" (Gestaltung des Schullebens und Öffnung der Schule), an dem sich die Schule Mitte der 1990er Jahre beteiligte. Der Schieferpfad genießt heute sogar den Stellenwert eines "Premiumwanderwegs".

Mit dem Anstoß des Projektes "Archiv und Jugend" durch die NRW-Staatskanzlei sei dann die Idee geboren worden, sich den historischen Zeugnissen zu widmen, die dem Wanderer auf den drei Wanderhöhepunkten "Via Adrina", "Schieferpfad" und "Ederauenweg" begegnen, erläuterte Bürgermeister Bernd Fuhrmann.

Unter der Überschrift "Lokalgeschichte am Wegesrand" ist eine informative Broschüre für Wanderer entstanden, die die umfangreiche Arbeit der Jugendlichen dokumentiert. In zwei Arbeitsgruppen hatten sie voller Begeisterung und Tatendrang an diesem Projekt mit gearbeitet. Während eine Gruppe mit der Bad Berleburger Stadtarchivarin Rikarde Riedesel nach vergessenen Besonderheiten der Kulturlandschaft forschte, kümmerte sich die andere darum, historische Zeugnisse wieder sichtbar zu machen. Zudem hätte die Archivarbeit der Schüler, mit dem verstaubten Image des Stadtarchives aufgeräumt, betonte der Bürgermeister.

Geheimnisvolles Mauerwerk

Etwas besonderes Entdeckten die Schüler im Gelände unterhalb der "Honert", wo beim Freischneiden eines schmalen Wanderpfades, plötzlich maßives Mauerwerk auftauchte. "Das ist eine alte Entwässerungsanlage zum Schutz der früherern Gleisanlage", weiß Schüler Tobias Schneider. Früher verlief unterhalb des Berges die Bahnlinie zwischen Arfeld und Raumland. "Die Anlage sollte die Schienen vor Geröll schützen, das vom Regenwasser losgelöst wurde". "Etwa um 1908 ist die Konstruktion erbaut worden", sagte Projektlehrer Rüdiger Grebe. Im Archiv hatten dann Xenia Richstein und Katharina Grund nach alten Plänen und Berichten zu dieser Anlage gesucht, die von den neugierigen Schülern freigelegt wurde und über die nun auch in der Broschüre informiert wird.

Aus diesen und weiteren gesamelten Ergebnissen ist eine umfassende Wanderbroschüre in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und Touristikverein entstanden. Insgesamt hat das Projektteam acht Themen im aufgegriffen und behandelt. "Historisches Material wird ansprechend neben aktuellen Bildern präsentiert. Die Schüler kommen selbst zu Wort. Damit wird Geschichte lebendig", bewertete Fuhrmann das einzigartige Heft. "Das ist Bildung, das ist Geschichte, das ist Kultur". In Kürze wird die Broschüre beim Touristikverein in einer Auflage von 10.000 Stück kostenlos erhältlich sein.

'Lokalgeschichte am Wegesrand' ist der Titel des kostenlosen Wanderführers, für den sich elf Hauptschüler mit ihrem Lehrer Rüdiger Grebe und Stadtarchivarin Rikarde Riedesel auf Spurensuche an 'Via Adrina', 'Schieferpfad' und 'Ederauenweg' machten.

Info

Acht Themen

  • Über acht Besonderheiten berichtet die Broschüre sehr umfassend: Die Eisenbahn in Raumland und Arfeld, das "Geheimnis an der Honert", "die Meilerplätze", "Wiesenbau", "die Stützmauer", "Höhenvieh" und "Alte Straße".
  • Mit 27 Seiten ist der Wanderführer im Taschenbuchformat ein Muss bei der Erkundung der Wanderwege an der Eder.

Download

Lokalgeschichte-am-Wegesrand.pdf

2.8 M


Westfälische Rundschau (WR)

Westfälische Rundschau (WR) vom 21.08.2008
Bildquelle: WR-Foto (1) von Benedikt Bernshausen (bb)

 
 


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