Berliner Kriminal Theater im Bürgerhaus:
"Die Mausefalle" schnappte zu

Das Berliner Kriminal Theater begeisterte im Bad Berleburger Bürgerhaus mit dem Theaterstück 'Die Mausefalle' von Agatha Christie. (WR-Foto: Merle Haupt)
Das Berliner Kriminal Theater begeisterte im Bad Berleburger Bürgerhaus mit dem Theaterstück 'Die Mausefalle' von Agatha Christie. (WR-Foto: Merle Haupt)

Der Mörder wird traditionell nicht verraten

Bad Berleburg. Selten hat ein Theaterstück vor allem die Engländer so in ihren Bann gezogen, wie "Die Mausefalle" (engl.: "The Mousetrap") von Agatha Christie. Boulevardtheater mit einfacher Sprache, aber dennoch mit sozialkritischem Hintergrund lockte nicht nur Berleburger ins Bürgerhaus.

Von der Kulturgemeinde Bad Berleburg organisiert und aufgeführt vom Berliner Kriminal Theater, tauchten die Besucher in die Handlung einer spannenden Geschichte ein.

Mollie und Giles sind seit einem Jahr glücklich verheiratet und eröffnen gerade eine Pension. Das Radio läuft im Hintergrund, in dem von einem Mord in London die Rede ist. Das Paar interessiert sich wenig für den Mord und bereitet die Pension für ihre ersten Gäste vor, die sich schließlich in ihrer Unterkunft wohl fühlen sollen.

Mit Mühe und Not erreichen die von Grund auf verschiedenen Gäste die Pension. Es herrscht ein schlimmer Schneesturm draußen und nach und nach wird die Pension eingeschneit. Als ein Polizist anruft und sagt, er müsse schnellstens vorbeikommen, sind Mollie und Giles zu Anfang sehr ratlos und wissen weder ein noch aus. Kurz nach dem Anruf ist die Telefonleitung tot, und schließlich erreicht der Polizist die Pension auf Skiern.

Sein Anliegen: Er möchte die Besucher der Pension vor dem Mörder warnen, der sich unter ihnen befindet. Der Polizist teilt den Anwesenden mit, dass der Täter den Hinweis "drei blinde Mäuse" als Zettel an die Leiche geheftet hatte. Unter diesem Satz stand ein weiterer: "Das war die erste." Keiner kann mit dem Hinweis wirklich etwas anfangen, jeder der Gäste ist ein Verdächtiger. Als in der Pension ein Mord an einer Richterin passiert, hat die Mausefalle zugeschnappt und es herrscht Hochspannung unter den Wirtsleuten und den Gästen. Wer von den Gästen betreibt dieses grausame Katz-und-Maus-Spiel?

Nach jeder Aufführung werden die Zuschauer gebeten, den Ausgang des Stückes nicht preiszugeben und auch die Presse soll sich daran halten.

Das ursprünglich für Queen Mary zum Geburtstag geschriebene Stück war eigentlich ein Radiohörspiel, das 20 Minuten dauerte. Es wurde nach und nach zu einem Theaterstück in zwei Akten umgearbeitet und seitdem hält es den Rekord des am längsten ununterbrochen aufgeführten Theaterstücks der Welt (seit 1952). Auch das "Berliner Kriminal Theater" feiert demnächst seine 800. Vorstellung des Stückes "Die Mausefalle" in Berlin.

Die Inszenierung glich einer Achterbahnfahrt durch die Kriminalgeschichte, bei der das Publikum vollends mitgerissen wurde und sich keiner der spannenden Szenen entziehen konnte. Die Schauspieler traten mit Leib und Seele in ihre Rolle ein und spielten sie absolut überzeugend, bei der sie gezwungen waren, sich ins Jahr 1947 zu versetzen.

Von Merle Haupt


Westfälische Rundschau (WR)

Westfälische Rundschau (WR) vom 22.11.2008
Bildquelle: WR-Foto (1) von Merle Haupt

 
 


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