Nathalie war überrascht und gerührt
Spontaner und herzlicher Empfang für Bronzemedaillen-Gewinnerin auf Schloss Berleburg
Bad Berleburg. (lpd) Damit hatte Nathalie Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg nicht gerechnet. Überrascht und sehr gerührt schlug sie die Hände vors Gesicht als sie am Freitagabend von ihrem Bruder auf den Schlosshof gefahren wurde.
Ein Spalier von fast 200 Menschen bereitete der Bronzemedaillen-Gewinnerin eine herzlichen Empfang bei ihrer Heimkehr von den Olympischen Spielen aus China.
Der Schützenverein Berleburg, der Spielmannszug des VfL und der Reit- und Fahrverein Aue-Wingeshausen warteten mit zahlreichen anderen Gratulanten auf die 33-jährige, um sie mit Blumen und Geschenken zu begrüßen und der Dressurreiterin persönlich zu ihrem bislang größten sportlichen Erfolg zu gratulieren.
"Gigantischer Empfang"
"Mit so einem Empfang habe ich nicht gerechnet. Das ist gigantisch", sagte Prinzessin Nathalie, die trotz eines zwölfstündigen Fluges und einer mehrstündigen Autofahrt von Amsterdam nach Bad Berleburg nicht müde wirkte und strahlte. "Zieh Dir was Olympisches an und halte Deine Medaille griffbereit", war das einzige, was ihr Bruder Gustav bei der Abfahrt vom Flughafen zu ihr gesagt habe. Vom Auto aus hatte Gustav ständig Kontakt nach Bad Berleburg gehalten und das Empfangskommitee auf die Ankunft vorbereitet.
Harte Arbeit wurde belohnt
Um 22.15 Uhr war es dann soweit und die dunkle Limousine bog durch das Tor auf den von Fackeln und Scheinwerfern erleuchteten Schlosshof ein, der links und rechts von dicht an dicht stehenden Gratulanten gesäumt war.
Die erste, die Nathalie in die Arme schloss, war ihre Mutter Prinzessin Benedikte, die bereits in Hongkong mit der Tochter mitgefiebert hatte.
Es sei sehr, sehr spannend gewesen, sagt die Schwester der dänischen Königin, die an den Erfolg ihrer Tochter geglaubt hatte: "Eine Medaille war nach den ersten Ergebnissen möglich", so Prinzessin Benedikte.
Auch der Papa, Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein, umarmte seine Tochter. Für den 73-Jährigen hatte sich mit dem Gewinn der Bronzemedaille ein Traum erfüllt, für den er mit seiner Tochter hart gearbeitet hatte.
Bad Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann würdigte die Medaillen-Gewinnerin und überreichte ihr Blumen und eine Bad Berleburger Jubiläumsmünze. Anschließend überbrachten auch der Schützenverein Berleburg, der Stadtsportverband, die Aue-Wingeshäuser Reiterfreunde und der VfL Bad Berleburg Geschenke, bevor die Olympionikin die Runde machte und zahllose weitere Glückwünsche entgegennahm. Darunter waren auch zahlreiche Kinder, wie die achtjährige Lina Winter, die Prinzessin Nathalie ein Bild mit den Unterschriften ihrer ganzen Klasse überreichte. Nach einigen Interviews gab die 33-Jährige noch zahlreiche Autogramme, bevor sie sich nach einem harten Tag - "Ich bin jetzt 23 Stunden auf den Beinen" - auch ein Bier gönnte.
Zur Feier des Tages hatte ihr Vater Prinz Richard Freibier ausgelobt und die Vereine feierten ihre Bronzemedaillen-Gewinnerin noch bis in den frühen Morgen.
Nathalie selbst sehnte sich dann auch nach dem eigenen Bett. Denn der Wettkampfort Hongkong sei mit seinen riesigen Hochhäusern zwar sehr beeindruckend, "aber auch sehr laut" gewesen. Im deutlich beschaulicheren und ruhigeren Bad Berleburg kann sich die Dressurreiterin jetzt ausruhen und sich auf ihre nächsten großen Auftritt vorbereiten. Als Schirmherrin des "Tags des Sports" beim Bad Berleburger Stadtjubiläum wird sie am Mittwoch, 3. September, Ausschnitte aus ihrer Olympiakür auf ihrem Trainingsplatz im Schlosspark zeigen.
Westfälische Rundschau (WR) vom 25.08.2008
Bildquelle: WR-Fotos (4) von Lars-Peter Dickel (lpd)











