Wisente in Wittgenstein:
Sigmar Gabriel sagt Fördergelder zu

Bundesumweltminister unterstützt Wisent-Projekt
Bedingung: Land NRW muss sich beteiligen

Siegen-Wittgenstein. "Wir sind heute bei diesem Naturprojekt einen großen Schritt voran gekommen." Dieses positive Fazit zog Siegen-Wittgensteins Landrat Paul Breuer gestern nach einem einstündigen Gespräch mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel über die Wiederansiedlung der Wisente in Wittgenstein. Gabriel sagte zu, das Projekt "Wisente im Rothaargebirge" vier Jahre lang mit so genannten E-und-E-Mitteln für "Erprobung und Entwicklung" zu fördern. Allerdings erwartet der Minister, dass sich auch das Land NRW an dieser Förderung beteiligt, heißt es in einer Pressemitteilung des Landrates.

Im Bild v.l.: Edgar Reisinger, Paul Breuer, Bernd Fuhrmann, Johannes Röhl, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, Ulrich Kelber (stellv. SPD-Fraktionsvorsitzende), Willi Brase, Bernhard Schulte-Drüggelte (Haushaltsberichterstatter der CDU/CSU-Fraktion). (Foto: Kreis Siegen-Wittgenstein)
Im Bild v.l.: Edgar Reisinger, Paul Breuer, Bernd Fuhrmann, Johannes Röhl, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, Ulrich Kelber (stellv. SPD-Fraktionsvorsitzende), Willi Brase, Bernhard Schulte-Drüggelte (Haushaltsberichterstatter der CDU/CSU-Fraktion). (Foto: Kreis Siegen-Wittgenstein)

An dem hochrangigen Gespräch im Berliner Reichstag nahmen neben Gabriel und Breuer auch Bad Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann, Johannes Röhl, Direktor der Wittgenstein-Berleburg'schen Rentkammer und Edgar Reisinger, Vorsitzender des Trägervereins Taurus Naturentwicklung teil. Von Seiten der Bundespolitik waren der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Willi Brase, der stellv. SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Kelber und Bernhard Schulte-Drüggelte, Haushaltsberichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für den Haushalt des Umweltministeriums, beteiligt.

Das Bundesumweltministerium wurde zudem von Dr. Elsa Nickel, Ministerialdirigentin und zuständig für den Naturschutz, vertreten. "Das Gespräch hat in einer ausgesprochen positiven Atmosphäre stattgefunden. Der Bundesumweltminister ist an diesem Naturprojekt hoch interessiert", so Breuer in einer Pressemitteilung. Gemeinsam mit Bernd Fuhrmann dankte er Willi Brase, auf dessen Vermittlung hin das Gespräch zustande gekommen war. Sowohl Brase, wie auch Kelber und Schulte-Drüggelte machten deutlich, für wie wertvoll sie das Projekt halten und dass ein gemeinsamer Weg zur Umsetzung gefunden werde.

Zur vom Bundesumweltminister erwarteten Co-Finanzierung durch das Land NRW sagt Landrat Paul Breuer: "Ich bin zwar nicht befugt, für das Land NRW zu sprechen, halte dies aber für grundsätzlich lösbar. Über die Art und Weise und die Höhe der Förderungen wird jetzt im nächsten Schritt verhandelt werden", so Breuer.

Für Bürgermeister Bernd Fuhrmann geht vom heutigen Gespräch eine starke Signalwirkung aus: "Das ist ein guter Tag für Wittgenstein als Naturregion und für den heimischen Tourismus", so Fuhrmann.

Auch für Reisinger war das Gespräch ein Meilenstein: "Die Tatsache, dass der Bundesumweltminister eine Förderung zusagt hat, zeigt, dass die Wiederansiedlung der Wisente nicht nur von regionaler Bedeutung ist, sondern im nationalen Interesse liegt und für Westeuropa ein hochrangiges Naturprojekt mit einem Alleinstellungsmerkmal darstellt", so Reisinger.

WR-KOMMENTAR

Butter bei die Fische

Der Optimismus, mit dem die Wittgensteiner Wisent-Befürworter Sigmar Gabriels Fördermittelzusage bewerten, ist verständlich. Dennoch darf das Ergebnis des Berliner Spitzengesprächs nicht überbewertet werden.

Gabriel hat seine Förderzusage leider nicht mit einer konkreten Summe verknüpft, sondern mit der Bedingung, dass auch das Land NRW mitzahlen soll. Das heißt nach all den Studien, Symposien und Antragsformularen geht das Wisentprojekt in eine weitere Diskussionsrunde.

 

Die Vokabel vom "Meilenstein" ist daher ebenso abgedroschen wie die vom "großen Schritt voran".

Es scheint so, als wollten manche heimliche Gegner in Bundes- und Landespolitik den Wisent zwischen Aktendeckeln aussterben lassen, anstatt endlich "Butter bei die Fische" zu tun und konkret Ja oder Nein zu sagen.

Von Lars-Peter Dickel



Westfälische Rundschau (WR)

Westfälische Rundschau (WR) vom 28.01.2009
Bildquelle: Foto (1) vom Kreis Siegen-Wittgenstein

 
 


          Stadt Bad Berleburg - Stadt der Dörfer

        Gesundheitsagentur NRW   Touristikverband Siegerland-Wittgenstein

            Wintersport-Arena Sauerland               ROTHAARSTEIG - Der Weg der Sinne!

          'Wanderwelt am Rothaarsteig'

                  Trägerverein Wisent-Wildnis-Wittgenstein e.V. - Auswilderung der Wisente im Rothaargebirge